Mountainbike ist nicht gleich Mountainbike – welcher Radtyp der richtige ist, hängt vor allem davon ab, für welche Einsätze es gedacht ist. So lassen sich verschiedene Fahrer-Typen unterscheiden, für die unterschiedliche Mountainbike-Typen angeboten werden, die jeweils auf die speziellen Bedürfnisse angepasst sind. Speziell für Frauen werden Lady-Varianten angeboten, die die kleinere Körpergröße und die weiblichen Anatomie berücksichtigen. Ab 1,70 können Frauen ebenso gut Mountainbikes für Männer nutzen.
Welche Fahrertypen gibt es?
Wer in seiner Freizeit gerne mal eine kleine Tour auf befestigten Schotter- und Waldwegen unternimmt und nur selten längere Touren fährt, wird zu den Touren-Bikern gezählt. Bikes für diese Ansprüche sollten komfortabel und bequem sein.
Enduro-Bikern geht es im Gegensatz dazu weniger um entspannte Fahrten durch die Natur, sondern um die technische Herausforderung abseits der befestigten Wege. Diese möchten geschickt Trials üben, Wettkämpfe interessieren ihn aber nicht – er fährt zum Spaß auch Touren und benötigt ebenfalls eine bequeme Sitzposition.
Möglichst schwierige Trials und Sprünge sucht der Freerider-Biker – und zwar nur bergab. Lange Touren stehen bei ihm nicht auf dem Programm. Ganz im Gegensatz zum Race-Biker, der Wettkämpfe und Höhenmeter liebt und dabei Vollgas gibt.
Welche Rad-Typen werden unterschieden?
Grundsätzlich lassen sich Hardtails und Fullys unterscheiden. Hardtails haben nur ein gefedertes Vorderrad, der Hinterbau ist steif. „Fully“ ist die Kurzform von „Full-Suspensionbike“. Bei diesen Rädern ist auch ein Dämpfer im Hinterbau verbaut. Das bringt einen hohen Komfortgewinn, macht das Rad aber auch instabiler und erhöht das Gewicht des Fahrrads, was für Touren- und Rennräder eher von Nachtteil ist. Auch die Wartungsarbeiten sind bei diesen Rädern aufwendiger und teurer.
Bei der Federung unterscheidet man Stahl- und Luftfederungen. Stahlfederungen werden vor allem dann verwendet, wenn das Rad hohen Belastungen ausgesetzt wird, Luftfederungen hingegen für Bikes, die leicht sein sollen, da sie für lange Touren und Rennen gebraucht werden.
Hartails werden meist als Race- oder Cross-Country-Mountainbikes angeboten. Diese hauptsächlich für Rennfahrer geeigneten Räder sind schnell, leicht und wiegen zwischen 9 und 11,5 kg. Sie verfügen über einen Federweg von 80-100 mm. Manchmal werden sie zusätzlich noch mit V-Breaks angeboten. Modernere Modelle verfügen wie alle anderen Mountainbike-Typen über Scheibenbremsen.
Marathonräder gehören in dieselbe Kategorie, auch sie haben eine sehr gestreckte Sitzposition, sind aber mit 10-12 kg etwas schwerer und meist Fullys. Entspannter sitzt man auf dem Touren-Mountainbike, die nur unwesentlich schwerer aber weniger gestreckt sind.
Enduro- und Freeride-Mountainbikes sind für die Trial-Fans konzipiert. Freerider eignen sich nur für Abfahrten. Mit ihrem hohen Gewicht von 15-18 kg ist Klettern nur mit großer Anstrengung möglich. Für ihre Zwecke benötigen diese Räder einen hohen Federweg, mindestens 170mm sind hier der Standard. Enduros sind ebenfalls auf Abfahrten und Trials ausgelegt, ermöglichen aber auch Klettern, jedoch vor allem Fahrspaß. Der Federweg beträgt meist 160mm. Sie sind mit 12,5 bis 15,5 kg etwas leichter als die Freerider. Beide werden in der Regel nur als Fullys angeboten.
Eine Synthese zwischen Touren- und Kletter-Ansprüchen bieten All-Mountains. Sie haben eine mittlere Sitzposition, ein mittleres Gewicht von 12-14,5 kg und einen Federweg von 130-140mm. Damit sind sie für verschiedenste Gelegenheiten geeignet, aber für keinen Fahrtyp spezialisiert.
Worauf sollte beim Kauf geachtet werden?
Wenn man weiß, welcher Fahrtyp man ist und welche Art von Mountainbike es sein soll, geht es an die konkrete Auswahl des Wunschbikes. Dabei stellen sich Fragen nach den richtigen Komponenten, Bauteilen und Materialien. Umso mehr Kilometer mit dem Rad im Jahr gefahren werden sollen, umso hochwertiger müssen die Komponenten sein, um den Belastungen standzuhalten. Sind bei einem günstigen Rad minderwertigere mit hochwertigeren Komponenten kombiniert, sollte man die Finger von dem Rad lassen. Die Laufräder müssen stabil und die Felgen gleichmäßig gespannt sein. Vor allem bei Rädern, die für Touren und bergauf-Fahrten genutzt werden, ist bei der Federung eine Lockout-Funktion nützlich, um Kraft zu sparen. Um steile Hänge herauf zu kommen ist die Absenk-Funktion in der Federgabel vorne ebenfalls sinnvoll.
Natürlich sollte auf einen sauber verarbeiteten Rahmen geachtet werden. Alurahmen sind der Klassiker, Carbonrahmen nur bei Rennrädern zu empfehlen, da bei den hohen Belastungen, denen Räder abseits der Piste ausgesetzt sind, unsichtbare Risse im Material entstehen können, die dann schon bei niedrigeren Belastungen zu Brüchen führen können und so eine Gefahr für den Fahrer darstellen.
Die richtigen Maße für Rahmen, Sitzwinkel und andere Maße sind von der Körpergröße und anderen Körpermaßen abhängig. Hier hilft ein vernünftiger Verkäufer gerne weiter, auch eine Probefahrt sollte dafür beim Mountainbike-Kauf auf jeden Fall stattfinden. Ebenso ist die ideale Scheibenbremse vom Körpergewicht abhängig. Umso schwerer der Fahrer, desto größer sollte die Scheibenbremse sein.